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HARVARD UNIVERSITY.

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MUSEUM OF COMPARATIVE ZOOLOGY

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KONGLIUA SVENSKA

VETENSKAPS-AKADEMIENS

HANDLINGAR

NY FÖLJn.

T J U G U F O R S T A B A X J.) E T.

1SÖ4 och 18So.

STOCKHOLM 1884—1887.

KONGL. BOKTBYCKEEIET, P. A. N0R8TKDT & SÖNER.

1^

INNEHALL

AF T J U G U F Ö R S T A BANDET.

1. v. DUNIKOWSKI, Emil. Ueber Penno-Carlion Scliwämine von Spitzbergen. Mit 2

Tafeln sid. 1—18.

2. DUNÉR, >i. c. Sur les Etoiles k spectre de la troisiöme clas.se. Avec une pianclie » 1 137.

3. II.JELTSTRÖM, S. A. Om nederbördens förändringar inom Sverige under sommar- halfåret. Med 2 tafior » 1— .30.

4. LiXDMAN, C. Om pcstfiorationen ocli dess lietydelse såsom skyddsmedel för frukt- anlaget. Med 4 tafior _ » 1—81.

j. BovALLiCS, C. Contributions to a nionograpli of tlic Ani|iliipoda Ilyperiidea. Part

1: 1. The families Tyronidaj, Lanceolida' and Vihilida;. Witli 10 plates » 1—72.

6. FKr.si\EJ>T. K. HidraL' till kännedomen om de vid Sveriges vestra kust lefvande Spongiai.

Med 4 tatlor » 1 ÖG.

7. Wirén, A. Om circulations- och diijestionsorganen lios Annelider af familjerna Ani- pharetid;v, Terebellid» och Amphictenida». Med 6 taflor » 1 58.'

8. S.MITT, F. A. Kritisk förteckning öfver de i Riksmu.seum befintliga Salmonider » 1—290.

Med 6 tnflor och 13 tabeller i särskildt häfte. F\ilio.

9. THORELr.,, T. and Lindström. G. ()n a silurian Scorpion from Gotland. With 1

plate ), 1 33.

10. Edltm), E. Recherches sur la force électromotrice de Tétincellc électrique » 1 14.

11. Lkciik, W. Ueber die Säugethier-Gattung (ialeopithecus. Mit 5 Tafeln » 1 92.

12. WiLLE, N. Bidrag til Algernes |)hysiologiske Anatomi. Med 8 Tavler og flere tabeller » 1 104.

13. AppellÖf, A. Japanska Cephalopoder. Med 3 taflor » 1 40.

14. X.^TiiORsi', A. (t. NouA'elles observations sui- les traces (raniinaux et autres pliéno-

menes d"origine purement mécanique décrits conime »Algues fossiles». Avec 5 planches » 1 .")8.

15. AURIVILLIUS, Chr. Revisio monoirraphica Microceridaruni et Protomaiitinarum. Försök till en monografisk bearbetning af Curculionid-gruiiperna Microcerida' och Protomantina».

Med 10 taflor » 1—87.

16. Återtagen af författaren. ( ly^rC -^ .^~j iX.j.ct^'..,^^ ^

17. van't Hoff. .1. TI. Lois de réquililae ihiniique dans Tétat dilué, gazeu.x ou dissous » 1 58.

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KONGLKiA SVENSKA

VETENSKAPS-AKADEMIENS

HANDLINGAR

NY FÖLJI».

T J r G l' F C) K S T A B A N 1> E T.

18S4 ocU 1885.

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INNEHALL

AF TJUGIFÖKSTA BANDETS FÖRRA HÄFTE

1. K. DuNiKOWsKF, Emil. Ueber Penno-(,:arbon Schwämine von Spitzbergen. Mit 2 y^ Tafeln ^ sid. 1—18.

2. DUNÉR, N. c. Sur les Etoiles a spectre de la troisiome classe. Avet- une planche » 1 137. '^. H.IELT8TRÖM, S.yA. Om nedorijördons förändringar inom Sverige under sommar-

lialfaret. Med 2 taflor » 1—30. ^

4. LiXDM.VN, C. Ohi postflorationen oeli dess betydelse säsoni skyddsmedel for frukt- anlaget. Med 4 taflor » 1—81. ^^

5. BovALLlU.s, c. Contributions to a monograpli of tlie Ampliipoiliyllyperiidea. Part

I: 1. The families Tyronid», Laneeolida> and Vibilid:e. Witli 10 plates ^./.Py^.i;^.^-^ » 1—72.

6. Fristedt^ k. Bidrag till kännedomen om de vid Sveriges vcstra kust lefvande Spongia».

Med 4 'faflor « 1—56.''^

7. WiRKN, A. Om cireulations- och digestionsorganen hos Annelider af familjerna Am- pharetida', Terebellida' oi-h Amphictenida\ Med 6 taflor » 1 58.

8. S.MITT, F. A. Kritisk fiirteckning iifver de i Riksmuseum beflntlisra Sabnonider » 1 290.

^led 6 tårtor udi 13 tabeller i siirskildt häfte. Folio. f ^Ar^^>~<i .yj

KONGL. SVENSKA VETENSKAPS-AKADEMIENS HANDLINGAR. Bandet 21. No 1.

UEBER

PEEMO-CARBON-SCHWÄMME

VON

SPITZBERGEN

VON

DR EMIL VON DUNIKOWSKI.

MIT ZWEI TAFELN.

DER K. SCHWEDISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCH.^S.FTEX VORGELEGT DEN 12 MaRZ 1884.

■""STOCKHOLM, 1884. KONGL. BOKTEYCKEBIET. P. A. KOnSTEDT i; SÖNER.

J-in vorigen Jahre schickte Herr Prof. G. Lindström eine von Dr A. G. Nathorst und P"reih. G. De Geer während der Schwedischen Geologischen Expedition im Som- mer 1882 gesarainelte Spongiensuite von Spitzbergen an Herrn Prof. K. A. Zittel rait dem Wunsche, dass der beste Kenner fossiler Schwämme die Bearbeitung derselben iibemehrnen möchte.

Da aber Prof. Zittel gegenwärtig durch andere wissenschaftliche Arbeiten zu sehr in Anspruch genommen ist, so hatte er die Giite mir diese Suite zur Untersuchung zu iiberlassen, und dabei die Beniitzung der reichlialtigen Bibliothek und der grossen Sammlung des hiesigen palaeontologischen Museums zu gestatten.

Bekanntlich bildete die Siid- und Westkiiste von Spitzbergen wiederholt den Gegenstand geologisclier und palaeontologischer Mittheilungen von Heer') De Koninck^) Nordenskiöld^), Lindström*), Toula*), Öberg"), Drasche'), Salter*), Fuchs"), u. A., so dass der geologische Bau dieser Gegend ziemlich bekannt ist. Ueber den Fundort meiner Schwämme verdanke icli Herrn G. Lindström ein Detail-Profil, das von Herrn Nathorst und Freih. De Geer aufgenommen wurde, und das ich nachstehend ausfuhr- lich wiedergebe, da es von den älteren Darstellungen etwas abweicht.

Die Schichtenreihe stellt sich (von oben nach unten) folgendermassen dar:

1. Tertiäre, Jura und Triasschichten von Isfjord.

2. Rein Perraische Mergel- und Thonschiefer, erst 1882 gefunden.

^) Plora Fossilis arctica Bd 1 4, 1867 77.

-) Biill. Ac. royale de Belg. Vol. XVI ii Th. p. 636.

^) Sketch of the Geolos:y of Spitzbergen Stockholm 1867 etc.

*) Kgl. Svenska Vet. Åk. Haiidl. VI^ 6 etc.

') Sitzungsber. d. Kais. Akad. d. Wiss. Wien 1873 Nov. Heft. b Sitzungsber. d. Kais. Aknd. d. ^Vissen.

1874. Juni-Heft. c. Neues Jahib. fiir Min. Geol. u. Paläont. 1875 S. 225. «) Kgl. Svenska Vet. Ak. Handl. XIV, 2. ') a Verhandl. d. K. K. geol. Eeichsanstalt Wien 1873 J»? 154. Mitth. der K. K. Geogr. Gesellsch. Wien

1873 p. 493. c. Tscbermaks Mineral. Mitth. 1874, p. 181 und 261. ') 1861 Appendix zu: Seasons with the Sea-horses by J. LaMONT. ') Bihang Kgl. Svenska Vet. Ak. Handl, 1883, 13.

4 E. DUNIKOWSKI, PERMO-CARBON-SCHWÄMME.

3. Weisser Feuerstein, Sandstein und Kalkstein mit einer Fiille von Brachiopoderi.

4. Feuersteinschichten und schwarzer Schiefer. Die Sponqlen von Åxeh-lnsel und Eders-Insel stammen aus diesem Horizont.

5. Spiriferenkalkstein mit Spirifer Keilliavii etc.

6. Schiefriges Gestein mit Bellerophon und Fenestella.

7. Gy()sschichten (2 500' mächtig) ohne Versteinerungen.

8. Cyatiiophyllum-Kalkstein ca .500' mächtig mit Fusulina, Cyathophyllum Mur- chisoni, C. ibicinum, Chonetes capitolinus Toula. Man findet hier jedoch keine Lonsdalia, kein Lithostrotion öder sonst charakteristische Kohlenkalk-Korallen. Die Spongien von Tempelhay und Gypshooh gehören in diese Abtlieilung.

9. Kohlen- und Pflanzenfuhrender Ursasandstein, stellenweise mit Einlagerung von marinen Schichten. Die Spongienreste von Middlehook im Bellsund stammen aus solchen marinen Schichten her.

Darunter kommt das Devon zum Vorschein als

10. Rother und gruner Schiefer.

11. Schichten mit Estheria.

12. Rother Sandstein mit gut erhaltenen Cephalaspiden. Noch älter ist die

lo. Hekla-hookformation, wahrscheinlich silurisch öder kainbrisch, aber ohne Versteinerungen, und zu unterst liegen

14. Azoische Schichten von Gneiss, Granit etc. Bei der grossen Mächtigkeit der Gruppen 3 bis 8 (nach Nathorst uber 2000') ist es höchst auffallend oben und unten meistens dieselben Fossilien zu finden. Die Fauna der Abtheilungen 3 bis inclusive 5 ist ganz dieselbe, und die Brachiopoden dieser Schichten treten mit geringen Ausnahmen auch in der Gruppe 8 aiif; soniit sind die Unterschiede zwischen den Stråten 3 8 mehr petrographischer als palaeontologischer Natur.

Was nun das Alter dieser ganzen Schichtgruppe 3 8 zwischen dem Perm und dem Devon anbelangt, so haben die bisherigen palaeontologischen Untersuchungen fest- gestellt, dass darin sowohl permische als auch Carbonformen gemeinschaftlich vorkom- men, ohne dass man im Stande wäre eine scharfe Grenze zwischen den beiden Forma- tionen zu ziehen. Unter den 64 Fossilien, die Herrn Toula zur Untersuchung vorlagen (ef. Neues Jahrb. 1875 s. 260), sind 38 mit ziemlicher Sicherheit als Carbon-und 17 als dyadische Formen zu bezeichnen. Toula äussert sich dariiber folgendermassen: »Auf Spitzbergen haben offenbar ganz ähnliche Verhältnisse geherrscht wie in Nord- amerika, ^vo durch Prof. Geinitz, und neuerlich freilich in etwas anderer Auffassung von F. B. Meek das Zusammenvorkomraen von permischen und carbonischen Arten nacheewiesen wurde.

Das Gestein, in dem die Spongien eingebettet liegen, ist ein schwarzer kieseliger Thonschiefer mit eingesprengten Schwefelkieskörnern. Seine dunkle Farbe ruhrt von den eingesprengten Kohlenpartikelchen her, die sich beim Ausgliihen des Gesteins verfltichtigen, so dass hernach die bläulich-weisse Chalcedonmasse zum Vorschein kommt. Die Schwämme selbst sind sammt und sonders verkieselt, indem sowohl das Skelet, als auch die Ausfullungen der Canäle aus Quarz bestehen. Ausserdem ent-

KONGL. SV. VET. AKADEMIENS HANDL. BAND. 21. N:0 I. 5

halten sie geringe Quantitäten von kohlensaurem Kalk, so dass sie mit Säuren behan- delt leicht aufbrausen. Im Diinnschliff beobachtet man eine aus kleinen Quarzkrystal- len bestehende Grundraasse, in der zahlreiche Pyrit-, Eisenoxyd- und andere unbestimm- bare Körperchen, ausserdem aber auch einige wenige Kalkspatkrystalle sichtbar sind.

Manchmal wird die Quarzmasse durch eine halbopaline, milchig-weisse Substanz vertreten.

Uber den speciellen, mineralogischen Bau des Schwammskelets Averde icli noch später einiges mittheilen.

II.

Das äussere Aussehen der Permo-Carbon-Spongien von Spitzbergen hat etwas un- gewuhnliches und befremdendes an sich. Man sieht närnlich kuchenförmige Körper, deren Oberfläche meistens ein unregelraässiges Gitterwerk aufweist (Taf. II fig. 2, 3, 4), das den ganzen Schwainm einhullt, und sich in das Innere desselben fortsetzt. Die Muschen, die dftrch dieses Gitterwerk gebildet werden, sind rundlich, quadratisch, öder meistens uuregelmässig viereckig; ihr Durchschnitt schwankt zwischen 1,3 bis 2,r. mm. Untersucht man ein Stiick von diesera netzförmigen Gebilde, das sich schon durch seine lichtere Färbun"- ganz auffallend von der ubrigen Schwammraasse unterschei- det, bei schAvacher Vergrösseruug, so bemerkt man, dass dasselbe aus einer fast durch- sichtigen Quarzmasse besteht, sonst aber keine nähere Differenzirung aufweist. Nur ausnahmsweise konnte ich an einzelnen Partieen desselben eine Höhlung beobachten, die dera Axencanal einer Spogiennadel ähnelte.

Bei einer oberflächlichen Betrachtung der Schwämme känn man sehr leicht irre gefiihrt werden, indein man dieses Gittergeruste fiir das eigentliche Spongienskelet zu halten geneigt ist. Es stellt sich jedoch bei niiherer Untersuchung heraus, dass wie Avir es bald sehen werden dasselbe mit dem Skelet nichts zu thun hat, und eine ganz andere morphologische Bedeutung besitzt.

Abgesehen davon zeigen unsere Schwämme auf ihrer Oberfläche Höcker und Vertiefungen, manchmal auch eine plattenföruiig ausgebreitete Deckschicht, wie man das sonst vielfach bei den SchAvämmen verschiedener Formationen beobachten känn.

Die äussere Gestalt der Spitzbergen-Spongien ist ziemlich constant und bietet Ave- nig Mannigfaltigkeit dar. Wir haben es hier hauptsächlich mit kuchenförmigen Kör- pern zu thun, die sich bald der Kugel-, bald der Scheiben-oder Discusform nä- hern. Die Art Pemmatites verrucosus ist sternförmig ausgebreitet (Taf. I fig. 8) mit einzelnen Fortsätzen; bei den SchAväramen von Middlehook, Gypshook und Tempelbay känn man die äussere Gestalt nicht genau constatiren, indera die Formen so innig mit dem Gestein verAvachsen sind, dass die äusserliche Begrenzung derselben nicht beo- bachtet Averden känn. Es scheint jedoch aus der Anordnung der Canäle und dem son- stigen Baue hervorzugehen, dass auch hier scheiben-oder kugelförmige Gestalten vor- Avalten.

Die meisten (vielleicht alle) unserer SchAA-ämme AA^aren nicht festgCAvachsen. Man sieht auch an den gut erhaltenen Exemplaren, bei denen man die ganze Oberfläche

6 E. VON DUNIKOWSKI, PETIMO-CARBON-SCHWÄMME.

beobachten känn, keine Spur von Anheftungstellen. In der Regel erleidet das Skelet der aufgewachsenen Schwämme in der Nähe der Anheftungsstelle eine gewisse Modi- fication, so dass es nicht unwesentliche Unterschiede von den anderen Skelettheilen aufweist. Ich habe jedoch trotz des eifrigsten Suchens in dieser Beziehung an unseren Schwämmen nichts ähnliches beobachten können. Im besten Falle könnte man daher annehmen, dass die Auheftungf mittelst einer horniijen Substanz greschah, die niclit er- haltungsfähig war.

Bezuglich der Dimensionen sind unsere Schwätnme als mittelgross zu bezeichnen, doch scheint in dieser Beziehung eine ziemliche Unbeständigkeit bei jeder Art zu wal- ten. Die kugeligen Schwämme erreichen einen Durchraesser von 95 mm., die schei- benförmigen eine Länge von 120 mm., eine Breite von 110 und eine Dicke von 40 45 mm., die steimförmige Art Pemmatites verrucosus misst sogar in ihrer grössten Aus- dehnung 180 ram. Die meisten halten sich jedoch in bescheidneren Dimensionen, in- dem ihr Längendurchmesser 85, ihre Dicke aber 35 rara. nicht ubersteigt. Die klein- ste Form von Axels-Ö raisst in der Länge 52, in der Dicke aber 25 mm.

Skelet.

Das Skelet sämmtlicher von mir untersuchten Spongien von Spitzbergen besteht aus einstrahligen Nadeln, so dass alle Formen in die Ordnung der Monactinellidae ZiTTEL gehören. Fast alle Spiculen sind durchsichtig, beiiiahe wasserhell, heben sich im durchfallenden Licht ganz scharf von der dunklen Grundmasse ab, bestehen aus Quarz, und zwar wie man das im polarisirten Licht beobachten känn jede Nadel aus mehreren Krystal-individuen. Dieser letzte Umstand deutet darauf bin, dass die urspriingliche Beschaffenheit der Nadeln durch den Fossilisationsprocess umgeändert wurde. Im Vergleich mit anderen Monactinelliden sind die Skeletnadeln der Perrao- Carbon-Spongien von Spitzbergen als nur mässig gross zu bezeichnen, indem sogar die grössten unter ihnen nur rait Miihe mit freiem Auije wahrgenommen werden können. Im Ganzen lassen sich hier folsrende Grössenstufen unterscheiden:

a) mittelgrosse Nadeln, deren Länge 1 bis uber 2 ram. beträgt,

b) kleine » « » 0,4 mm. bis 1 mm. »

c) winzige » » » weniger als 0,4 rara. »

Dabei ist zu bemerken, dass die Dicke der Nadeln in keinem constanten Verhält- niss zu der Länge steht, raeistens sind die kleinen Nadeln viel dicker, als die mittel- grossen. Der grösste Breitendurchmesser, den ich bei diesen Formen beobachtete, be- trägt 0,16 millim.

Die genaue Gestalt der Nadeln lässt sich nur schwer ermitteln, indera die Enden derselben selten sichtbar sind, doch konnte ich nach der Anfertigung einer grösseren Zahl von Diinnschliffen folgende Hauptnadelforraen beobachten.

Am häufigsten koramt die Stabnadelform vor. Hieher gehören kleine Spiculen, die ganz geradlinig verlaufen, und zu beiden Enden sanft abgerundet sind (Taf. I tig. 10), selten sind sie gebogen (Taf. I fig. 13, 14) noch seltener uellig gekriimmt.

KOTSfGL. SV. VET. AKADEMIENS HANDL. BAND. 21. N:0 I. 7

Weniger häufig lassen sich solche Nadeln beobachten, bei denen ein Ende ver- dickt, das andere aber zugespitzt ist, ferner kleine aber dicke spindelförraige Spiculen, die an beiden Enden spitz auslaufen (Taf. I äg. 4). Ansserdem findet man halbmondför- mige und klainmerartige Gestalten (Taf. I fig. 5).

Der Axencnnal der Nadeln ist oft ganz gut sichtbar (Taf. I fig. 1), selne Dimen- sionen richten sich nach der Dicke der Spiculen, indem er gewöhnlich etwas mehr als ^/g des Breitendurchmessers der ganzen Nadel einnimmt. Er ist gewöhnlich mit brau- nen, flockigen Eisenoxydverbindungen ausgefiillt, und sticht deshalb ganz deutlich von der hellen Nadelmasse ab. Manchraal wird er durch eine halbopaline railchig-weisse Substanz gebildet, die sogar selbst bei der theilweisen Zerstörung der Nadel zuruck- bleibt, und auf solche Weise eine hervorragende Axe biidet.

In manchen DUnnschliffen känn man sehr deutlich die Art und Weise der Zerset- zung der Spiculen beobachten. Man sieht nämlich. dass die eine Hälfte der Nadel ganz frisch und durchsichtig ist, während die andere eine dunkelbraune Färbung und undeut- liche Umrisse aufweist, und schwammartig, gewissermassen wie zerfressen ausschaut. Die Constatirung dieser Thatsache ist insoferne von einiger Wichtigkeit, als man nun sicher sein känn, dass ein grosser Theil von dunklen linearen Streifen, die die Schwamm- masse durchsetzen und iin Dfinnschliff zuiu Vorschein kommen, nichts anderes, als Uberreste von unigeu'andelten und theihveise zersetzten Skeletnadeln darstellen.

Es muss noch beraerkt werden, dass man in der Schwammmasse der Spitzbergen- Spongien ausser diesen Monactinellidennadeln auch (allerdings sehr selten) vereinzelte Spicula anderer Spongienordnungen beobachten känn.

So konnte ich einige wenige knorrige und unregelmässige Lithistidennadeln, aus- serdem einen drei öder vierstrahligen Stern (vielleicht den Tetractinelliden angehörend) unterscheiden. Wahrscheinlich haben diese veroinzelten Vorkommnisse mit dem eigent- lichen Skelet unserer Schwämme nichts zu thun, und sind vermuthlich mehr als zufäl- 1ig eingeschwemmte, fremde Bildungen zu betrachten. Sie beweisen jedoch, dass das ehemaliire Meer auf Spitzberiren, dessen Ablasrerunjjen wir oreorenwärtijj als Permo- Carbon-Schichten bezeichnen, ausser den Monactinelliden, auch Vertreter anderer Spon- "ienordnuno^en beherberofte.

ff o o

Bei der Untersuchung der Lagerungsweise der Nadeln kommen wir zur Betrach- tung des Schwammkörpers selbst. Priift man einen Diinnschliff von irgend einem Exem- plar unserer Schwämme bei schwacher Vergrösserung, so bemerkt man schon auf den ersten Blick zwei sich wohl von einander unterscheidende Theile: einen hellen und einen dunklen. Die hellen Partieen besitzen keine nähere Differenzirung, sie bestehen nur aus durchsichtigen Quarzmassen, und stellen offenbar nichts anderes dar, als die secundäre Ausfiillun^ der Hohlräume. Die dunklen Partieen bilden wurmförmio; o-e- kriimmte, anastoraosirende und unregelmässige Zttge, die man mit dem Namen der Fa- ser belegen känn. In diesen Fasern sind nun die Nadeln eingebettet, die man entwe- der in leistenförmigen öder in kreisförmigen und elliptischen Durschschnitten, je nach- dera die Nadeln senkrecht öder schief auf ihre Länge geschnitten Avurden (Vrgl. Taf. I fig. 1, 10 u. s. w.) sieht. Ausser den Nadeln besteht die Faser aus einer dunkel- brauncn, schwammartigen, flockigen Masse, in der zahlreiche Eisenoxyd- und Schwe-

8 E. VON DUNIKOWSKI, PERMO-CARBON-SCHWÄMME.

felkieskörperchen eingebettet sind. Beuierkenswerth sind die geradlinigen, intensiv dun- keln, fast ganz schwarzen Streifen, die meiner Meinung nach, wie ich es bereits friiher erwähnte, grösstentheils als umgeänderte und zersetzte Spicula zu deuten sind.

Neben den deutliclien ganz zweifellosen sieht man zahlreiche, weniger deutliche Nadeln, die die Faser haufenweise erfullen. Bedenkt man, dass in einem Dlinuschliff nur die durchsichtigen Spicula gut sichtbar sind, so wird man sich nicht wundern, dass in der Schwarammasse, die doch urspriinglich grösstentheils aus Nadeln zusamnien- gesetzt war, verhältnissmässig wenig von diesen Skeletelementen zu sehen ist, denn sämmtliche, dunkel gefärbte Nadeln gehen fiir das Auge verloren. Betrachtet man einen ganz feinen Diinnschlifi' bei stärker Vergrösserung, so erblickt man ein unregelmässiges, netzförmiges Gewirre, das offenbar durch die Nadeln sebildet wird.

Aus allén diesen Betrachtungen ergiebt sich nun, dass die Faser nichts anderes ist, als der Schwammkörper selbst, der zu Lebzeiten des Thieres aus Nadeln und Pa- renchym bestand, der aber im fossilen Zustande theilweise aus wohl erhaltenen, theil- weise aber aus zersetzten Nadeln, und ansserdem aus verschiedenen zufälligen Beimeii- gungen aufgebaut ist.

Die Untersuchung der Spitzbergen-Spongien biidet flir mich einen neuen Beweis, dass meine Ansicht iiber die Natur der Pharetronenfaser richtig ist. Ich habe näm- lich die Behauptung aufgestellt^), dass die Pharetronenfaser kein ursprungliches, son- dern ein secundäres, durch den Fossilisationsprocess bedingtes Gebilde sei. Der Auf- bau der Monactinelliden von Spitzbergen zeigt deutlich, dass die Faser keineswegs auf die Pharetronen allein beschränkt ist, sondern sich auch bei anderen Spongienordnun- gen als eine specielle Art der Fossilisation wiederholen känn. Was nun die Lagerungs- weise der Nadeln in der Fasermasse unserer Spongien anbelangt, so scheint es bei fluchtiger Betrachtung, als ob in dieser Beziehung keine Gesetzmässigkeit herrschen wurde. Untersucht man jedoch eine grössere Anzahl von Schliffen, so känn man sich bald uberzeugen, dass die Hauptraasse der Spiculen parallel angeordnet ist, und vor- waltend einer Richtung folgt. Wäre die urspriingliche Lagerungsweise der Nadeln derart gewesen, dass dieselben Avie das bei den Monactinelliden oft der Fall ist verticale Biindel gebildet hatten, so raiisste man jetzt bei jedem senkrechten Schnitt die Nadeln ihrer Länge nach sehen, bei dem horizontalen aber die kreisförmigen Quer- schnitte derselben. In Wirklichkeit bemerkt man jedoch in beiden Richtuugen sowohl Längen-, als auch Querschnitte der Nadeln, obwohl es sich nich läugnen lässt, dass in dem senkrecht gefiihrten Schliff die Längendurchschnitte vorwiegen. Es scheint somit, dass die Spicula unserer Schwämme in ihrer urspriinglichen Anordnung sich in verschiedenen Richtungen kreuzten. Man känn sossar diese urspriiniiliche Lagerunos- weise an mehreren Präparaten, von denen eines Taf. I fig. 10 abgebildet ist, beobach- ten. Hier sieht man dass die Spiculen sich gegenseitig unter einen schiefen Winkel schneiden, so dass das Ganze ein zopfförmiges Geflecht darstellt. So ist es nun erklär- lich, warum man bei jedem Schliff die Nadeln in verschiedenen Stellungen beobachten känn. Ubrigens muss man den Grund dieser Unregelmässigkeit in der Gruppirung der

') Die Pliaretroneii aus dem Cenoraan von Essen, und die systematische Stellung der Pharetronen. Pa- laeontographica 1883.

KONGL. SV. VET. AKADEMIENS HANDL. BAND 21. N:0 I. 9

Nadeln aiich in dem Fossilisationsprocess sucheii, denn es ist klar, dass nach dera Tode des Thieres die urspriingliche Anordnung der lösen Skeletelemente, die zu Lebzeiten des Individuuras durch das Protoplasma und vielleicht auch durch ein horniges Gebilde zusammengehalten wurden, verwischt worden ist. Es ist iiberhaupt auffallend, dass die lösen Nadeln in ihrem Zusamraenhang erhalten blieben, denn wir wissen, dass bei allén Schwämmen, deren Spicula kein compactes ziisannnengellochtenes Geriiste bilden, also Monactinelliden, Tetractinelliden, Lyssakinen und Pharetronen, wolil erhaltene ganze Formen ausserordentlich selten sind.

Die Fasern besitzen keineswegs immer dieselbe Grösse und Gestalt. Bald sind sie schmal und klein, dabei diclit zusiimmengedrängt, bald breit und in grösseren Zwischenräumen von einander abstehend. Merkwiirdigerweise stimnit diese Eigenthiim- lichkeit mit anderen charakteristischen Eigenschaften einzelner Formen tlberein, und biidet somit ein Merkmal von einiger systematischer Bedeutung.

Hervorzuheben ist noch der Umstand, dass die Fasern gejren die Canäle zu nicht scharf begrenzt sind, sondern zackige Fortsätze aufweisen, insbesonders ist das bei den Schlififen, die die Canäle horizontal durchschneidcn, deutlich zu beobachten. Die Nadeln sind jedoch ausschliesslich auf die Faser beschrilnkt, so dass man sie nie in die Hohl- riiurae des Schwainmes hineinragen sielit.

Canalsystem.

Wie bereits erwähnt, känn man bei jedem Schliff der Spitzbergerspongien zwei Partieen: eine dunkle, und eine lichte lialbdurclisichtige, untersoheiden. Die erste ent- spricht der wurmförmig gekrummten Faser, die zweite dem Canal. Die Ausftillungs- masse der Canäle besteht vorwaltend aus zusammengewaehsenen kleinen Quarzkrystallen fast ohne iede Verunreinigun<j, Av^eshalb sie sich ijanz deutlich von der dunklen Faser- masse abhebt.

Das Canalsystem unserer Schwämme erleidet bei verschiedenen Arten einige kleine Modificationen, doch ist es im Grossen und Ganzen nach einem Typus gestaltet.

Betrachtet man die mediane Durchschnittsfläche einer kugeligen Form von Axels-ö (Taf. II fig. 5), so erblickt man vor Allem eine ziemlich gi'osse Anzahl schmaler röhren- förmiger Canäle, die an der Oberfläche des Schwammes beginnend bis zu seinem Cen- trum radiär verlaufen. Ihr Durchraesser ist sehr gering, er beträgt kaum 0,6 0,8 mm., doch ist er keineswegs constant, indem man gegen den Mittelpunkt zu öfters eine kleine Verengung derselben beobachten känn. Der Zwischenraura zwischen zwei benachbarten Canälen beträgt 7,5 2,6 mm.

Ausser diesen Canälen, die ich aus später zu erörtenden Griinden Haupt- canäle nennen will, haben wir hier auch zahlreiche Nebencanäle zu unterscheiden. Beinahe parallel mit der Oberfläche des Schwammes verlaufen zahlreiche kreisförmige, concentrische iiöhren, die in den Ebenen der grossen Kreise angeordnet sind, und die die Verbindung zwischen den radiären Hauptcanälen vermitteln. Da nun die Ebenen

K. Vet. Akad. Handl. Baud :;i, N":o 1. 2

10 E. VON DUNIKOWSKI, PERMO-CAKEON-SCHWÄMME.

der grössteii Kreise in einer Kugel sich unter verschiedene Winkel kreuzen können, so bilden auch die concentrischen Höliren, die in diesen Ebenen liegen, ini Vereine mit den HauptcaniUen ein Maschenwerk, das die ganze Schwainm-niasse durchdringt, und dus ini Durchschnitt eine unregelmässige gitterförniige Zeichnnng hervorbringt (Taf. II fig. 5) wobei man aber inuner die radiären und concentrischen Canäle unterscheiden känn.

Stellen wir uns vor, dass alle diese Canäle nach dem Tode des Thieres mit einer mineralischen Substanz aus^'efidlt wurden, die etwas härter und resistenter ist, als die petrificirte Masse des Schwammkörpers selbst, und dass nachher die Oberfläche der öpongic durch die Verwitterung theilweise zerstört wurde, so ist es selbstverständlicb, dass die compacte Masse der Canäle der Zerstörung mehr Widerstand leistete, und des- wegen als erhabenes netz- öder gitterförmiges Gebilde auf der Oberfläche des Schwammes zuruckblieb. Das ist thatsächlich bei den meisten von mir untersuchten Permo-Carbon- Spongien von Spitzbergen der Fall, man bemerkt an der Oberfläche der Handstucke ohne Deckschicht ein zusammenhängendes Quarzgitter, das den Schwämmen ein be- fremdendes Aussehen verleiht, und beinahe an ein Dictyoninenskelet erinnert, obwohl es wie gesagt mit dem eigentlichen Skelet nichts zu thun hat, und nur einen Abguss des Canalsystems darstellt (Taf. I fig. 11, Taf. II fig. 3).

In einigen seltenen Fallen habe ich sogar Stiicke von solch' versteinertem Canal beobachten können, die bei schwacher Vererösseruno: einen länglichen Hohlraum in ihrer Mitte aufwiesen, ähnlich dem Axencanal der Spiculen. Der Ursprung dieser Höhlung ist jedoch leicht zu erklären, wenn man bedenkt, dass die Ausfiillung der Hohlräume immer an dem äusseren Rande beginnt, und von da an bis zur Mitte schreitet; wird nun bei diesem Process die Ausfiillung nicht vollständig, so bleibt die Mitte leer.

Es ist einleuchtend, dass liberall dort, wo die Deckschicht erhalten ist, dieses Gitterwerk unter derselben verschwindet, worauf wir fibrigens bald zuriickkommen werden.

Das ist nun die Grundform der Canalsystems bei den Spitzbergen-Spongien, das jedoch bei einzelnen Formen einige Modificationen erleidet. Bei den scheibenförmigen, zusammengedrtickten Varietäten von Axels-ö sind die Canäle sehr fein, demzufolge auch das äussere Gitterwerk an der Oberfläche viel zierlicher wird. Die Hauptcanäle ver- laufen nicht radiär, sondern quer durch den ganzei) Schwamm von der oberen Fläche zur unteren, die Nebencanäle stehen senkrecht darauf, so dass das ganze Canalsystem aus cubischen Maschen besteht. Bei der Art Pemmatites verrucosus ist der Verlauf der Canäle sehr unregelmässig.

Die Schwämme von Bellsund, Gypshook und Tempelbay zeichnen sich durch ein etwas abweichendes Canalsystem aus, das in Taf. I fig. 2, 12, dargestellt ist. Vor allem fällt da die Grösse der Hauptcanäle auf, die in dieser Beziehung alle iibrigen Formen von Spitzbergen weit hinter sich lassen, indem ihre Breite bis 2 mm. betragen känn. Die Anordnung derselben ist auch radiär, wie man das an beiden abgebildeten Schliffen beobachten känn, von denen Fig. 2 die Mitte, Fig. 12 aber die Hälfte einer Median- fläche darstellt. Auffallend ist der Umstand, dass die Nebenröhren, welche die radiären Hauptcanäle verbinden sehr spärlich und von einem geringen Durchmesser sind.

KONOL. SV. VET. AKADEMIENS HANDL. BAND. 21. N:0 I. 11

Ura iiLin ineine Untei-scheidung zwischen den Haupt- uud Nebericunäleii zu be- grtinden, um ferner das Wesen des Canalsysteius der Spitzbergerspongien besser kennen zu lerneii ist es angezeigt vor Allem

die DeckschicM

zu betrachten. Die ineisteii Exeinplare unserer Schwänune besitzen eine Deckschicht. in Form einer compacten Platte, die die Oberfläche ders&Iben iiberzieht. Bei den scheibcn- förinigen Individuen der Art Perainatites arcticus besitzt sie eine Dicke von 0,-i 1,2 mm., und zeigt auf ihrer Oberfläche winzige Wiirzchen, in derer Mitte man mit der Loupe eine kleine ()ffnung, nämlich das Osculnm erblickt. In einem Dfinnschliff von der Deckschicht, der parallel zu der Oberfläche gefiihrt wurde, bemerkt man eine braune Masse, in der sehr ott durchsichtige, wohl erhaltene Nadeln sichtbar sind (Taf. 1 Fig. .3). Sie unterscheiden sich weder in der Form noch in der Grösse von den Nadeln des in- neren Skelets. Es sind das einstrahlige, meistens mittelgrosse Stabnadeln, die in einem Avirren Durcheinander liegen. Ausserdem sieht man noch in der Grundmasse intensiv schAvarze, geradlinige Streifen, die ich fttr Ueberreste von zersetzten Spiculen halte, da man, -wie bereits frilher erwähnt, manchmal ganz gut beobachten känn, wie die Nadeln in solche Gebilde ubergehen köiinen.

In der Deckschicht liegen nun die O-scula entweder reihenförmig angeordnet, öder ganz unregelmässig zerstreut. Ilir Dnrchmesser ist verschieden, bei der Art Pemma- tites arcticus beträgt er O,.") mm., bei den kugeligen Varietäten derselben Species sogar 1,2 mm. Die Ränder der Oscula sind sternförmig gezackt, wa.s man sehr deiitlich beob- achten känn, wenn das Osculum nicht mit einer Ijraunen, undurchsichtigen Eisenoxyd- substanz ausgefilllt ist. Rings um das Osculnm zeigt die Deckschicht eine Verdickung, die letztere entspricht der Warze auf der Oberfläche des Schwammes, in der das Os- culum miindet. Betrachtet man genauer einen Schwamm, dessen Oberfläche theilweise mit einer Deckschicht versehen, zura Theil aber nackt ist, so bemerkt man bald, dass die Warze, beziehungsweise das Osculuui sich dort befindct, wo die horizontalen Neben- canäle mit dem verticalen zusammentrefien. Der letztere conimunicirt unmittelbar mit- telst des Osculums mit der Aussenwelt und nimmt in sich die horizontalen Röhren auf, aus welchem Grunde derselbe von mir mit dem Namen eines Hauptcanals belegt wurde.

Bekanntlich ist die Frage, ob man gewisse Spongien als Einzelindividuen öder aber als Thiercolonien auffassen soll, meistens sehr schwer zu beantworten; und diese Zweifel treten uns auch beim Studium der Permo-Carbon-Schwämme von Spitz- bergen entgegen. Eine gemeinsame Magenhöhle mit einem grossen Hauptosculum existirt da gar nicht, sämmtliche vertikalen Canäle mit ihren kleinen Osculis sind gleich- werthig, und können jeder fiir sich fiir eine besondere Magenhöhle öder fUr ein Einzel- individuum angesehen werden. Ich bin jedoch nicht geneigt die einzelnen Kugeln und Scheiben unserer Schwämme als Thiercolonien anfzufassen, da erstens die Hauptcanäle, die man folglich als Einzelindividuen betrachten miisste, viel zu wenig Selbständigkeit besitzen, und von einander nicht scharf getrennt sind, anderseits aber die äussere Form

12 E. VON DUNIKOWSKI, rEKMO-CARBON-SCIIWÄMME.

(Iff ciiizeliieii S|)ecios so beständig ist, dass man diese Beständigkeit mit, dem ziifälligen Zusammenwachsen von ein/elnen Thieren nieht gut in Einklang bringen känn.

So glaube ich mm berechtigt zu sein, jeden Schwamm meiner Siiite als ein Einzelindividuum zu betrachten.

III.

Aus dem bisher Gesagten ergiebt sich nun zur Genuge, dass sämmtliche von mir tintersiichte Permo-Carbon-Schwämme von Spitzbergen der Ordnung der Monactinellidae angehören. Diese Ordnung, die von Zittel fur Spongien aufgestellt wurde, deren Skelat aus einaxigen, kieseligen Nadeln besteht, hat bis jetzt nur wenig fossile Vertreter aufzuweisen. Meistens findet man nur lose Nadeln, während ganze zusammenhängende Schwammkörper ausserordentlich selten sind. So hat Zittel nur zwei Gattungen: Opetionella und Scoliorhaphis aus der deutschen Kreide ^), Cartbr ebenfalls zwei: Pul- villus und Rhaphidistia aus dem Kohlenkalk Schottlands ") beschrieben, während einzelne, lose, einaxige Nadeln fast aus allén Formationen bekannt sind.

Nichtsdestoweniger ist diese Ordnung ganz scharf abgegrenzt, und die vorliegende Arbeit biidet einen neuerlichen Beweis, dass die Schwämme mit einaxigen Skelet- elementen bereits im Carbon eine selbständige, natiirliche Grupps bilden, die sich von anderen Ordnungen wohl unterscheidet.

Erwähnenswerth ist der Umstand, dass das Canalsystem bei den fossilen Monacti- nelliden bis jetzt fast ganz unbekannt war. Prof. Zittel hat bei seinen Gattungen weder Canäle noch Oscula beobachten können, und nur bei dem Cartei''schen Genus: Pulvillus (1. c. Taf. X Fig. 1 und 2) känn man undeutliche Spuren eines Canalsystems beobachten, indem von der Höhlung, die als gemeinsamer Magen gedeutet werden känn, sich meh- rere nicht scharf begrenzte Röhren in das Innere des Schwammes fortsetzen.

So sind nun unsere Schwämme die ersten fossilen Monactinelliden, bei denen das Canalsystem wohl entwickelt ist. Fiir sämmtliche Peimio-Carbon-Schwämme von Spitzbergen stelle ich eine neue Gattung auf, die ich mit dem Namen >^Pemmatites'>^ belege. Die Begriindung fur die Aufstellung eines neuen Genus diirfte wohl iiberfllissig sein, da unsere Schwämme weder mit den recenten, noch mit den wenigen fossilen Monac- tinelliden iibereinstimmen, und iiberhaupt einen ganz ungewöhnlichen und eigenthum- lichen Habitus besitzen. Obwohl einzelne Formen sranz auffallende Unterschiede in der Anordnung des Canalsystems, der Deckschicht, in der Grösse der Oscula u. s. w. auf- weisen, so ist der allgemeine Charakter und der Eindruck, den sie auf den Beobachter niachen, so iibereinstiinmend, dass ich alle diese Unterschiede nur als Species- und Varietätenmerkmale auffassen zu miissen glaube.

Nachstehend gebe ich eine monographische Uebersicht der von mir untersuchten Permo-Carbon-Schwämrae von Spitzbergen.

') Studien iibev fossile Spongien, III Abth. 1878.

2) Ann. and Mag. Nat. Hist. Sei-. 5. Vol. I, 1878. S. 137.

KONGL. SV. VET. AKADEMIENS HANDL. BANIl 21. N:0 I. 13

(Jidntmg MONACTINELLIDiE Zittel.

Skelet aus cinaxigen Kieselnadeln bcsteUeud.

Gattung Pemmatites nov. gen. (néiiifta = Kucben).

Srkwammkörper kuc/ien-^ f<clieiben- bin kugelföriim/. J)ie kicselicjen einaxiffen Skelet- elemenU (hauptmchlich Stahmideln) in anastomosirenden, vyar inför mig en Faserziiyen ange- ordnet. Keine Centralmagenliöhie. I)as wohlentioickelte Canalsystem bestelit aus verticalen und horizonialen Rö/iren, die ein cubinches Maschennetz bilden, und von denen die ersten mittelst kleiner sternforniig gezackter Oscnla aiif der meistens mit ciner Deckschicht ver- sehcnen, loarzigen Oberjiäche inunden. Anscheinend nidd festgeicachsene, freilebende Formen.

1. Pemmatites verrucosus nov. sp.

Taf. 1 Fig. 8 und 11.

Dimensionen: Länge bis 18U ram.

Bi-eite » 125 »

Dicke » 40 »

Schw. unregelmässig plattenförmig mit sternförmigen Fortsätzen. Die Oberfläche mit warzigen, durch gebogene und anastomosirende Tliäler von einander geschiedenen Erhöhungen bedeckt. Der Durciiniesser der Warzen schwankt an ihrer Basis zwisehen .5 7 mm., die Höhe derselben betrRgt 4, der Zwischenraiim zwisehen zwei benachbarten Erhöhungen durchschnittlich (j mm.

Die Oberfläche der Warzen und der Thäler ist mit einem netzförraigen Gitter- werk bedeckt, das unregelmässige, viereckige öder rundliche kleine (kaum 1 mm. im Durchmesser betragende) Maschen biidet. Dieses Netzwerk stellt uns den Quarzabguss der anastomosirenden Canäle dar, die dazwisehen liegende dunkle Massc ist der cijjent- liche Schwammkörper. \Vo die Deekschiclit erhalten wurde, ist dieses Gitterwerk unsichtbar, und nur die warzenförmigen Erhöhungen, die die Oscula trägen, bleiben zurilck.

Diesem äusseren Habitus entspricht auch vollkoramen der innere Aiifbau des Schwarames. Dadurch, dass die Canäle so zahlreich und dicht nebeneinander ange- ordnet sind, bleibt fur das Skelet weuig Rauni iibrig. Man sieht im Dunnsehliff schmale Faserziige, die durch ihre Kleinheit diese Art von allén iibrigen Formen der Gattung Pemmatites scharf trennen.

Die P'asern bestehen der Hauptsache nach aus mittelgrossen und kleinen Stab- nadeln, dazwischen sieht man aueh dunkle nadelförmige Körperchen und zahlreiche andere Verunreinigungen. In einem Falle konnte ich sogar beobachten, dass deutliche

14 K. VON DUNIKOWSKI, l'KUMO-(JAKBON-.SCHWÄMME.

Nadclii ill .solclie scliwai-z;e Körperchen iibergelien, weshalb ich der Meiiiuug bin, dass ähnliche Gebilde als Ueberreste von zersetzten Nadeln aufgefasst werden können.

Die Hauptcanäle, die mittelst Osculis init der Aussenwelt communicireri, verlaufen unregelmässig quer durch die Dicke des Schwammes von einer Fläche bis zu der andereii, die Nebcncanäle stehen senkrecht darauf. Doch ist die Richtung einzelner Röhren durchaus niclit geradlinig, sondern vielfach gewunden und gekriirnmt, so dass eine an- geschliffene Spongienfläche eine hieroglyphische Zeichnung aufweist.

Diese Art entfernt sich ganz auftallend von allén ubrigen Formen der Spitzberger Schwärnine. Sclion die äussere unregelmässige Gestalt lässt sie von den Kiichenförmigen Kurpern anderer Schwäinrne gauz wohl unterscheiden; nicht rainder charakteristiscli sind die grossen Warzen auf der Oberfläche, obwohl in dieser Besiehung inanche andere Forinen einen Uebergang zu den fast ganz glatten Varietäten anzudeuten scheinen. Was die Kleinheit der Fasern anbelangt, so ist der Umstand sehr interessant, dass zusam- inengedriickte, scheibenföruiige Formen anderer Species dieses Merkmal (allerdings nicht in diesem Masstabe) wiederholen.

Fundort: Axels-Ö,

2. Pemmatites arcticus nov. sp.

Taf. I, Fig. 3, 10. Taf. II Fig. 3, 4.

Länge. Breite. Dickc.

Dimensionen in mm.: des grössten Exemplars 130. 110. 40.

des kleinsten Exemplars 50. 48. 26.

Schw. kuchen-, scheiben- bis discusförmig. Charakteristisch fiir diese Form ist die zusanimengedruckte Gestalt, die sich dadurch von der Kugelform entfernt.

Die etwas unebene, schwach wellige Oberfläche des Schwammes ist mit einer 0,j— 1,? mm. dicken Deckschicht versehen. Auf derselben bemerkt man Avinzige kauin 0,(1 1 mm. breite und höchstens O,.") mm. hohe Wärzchen, die reihenförmig, jedoch nicht ganz regelmässig in den Abständen von 1 bis 1,') mm. angeordnet sind, und ganz kleine Oscula trägen. Wo die Deckschicht fehlt, sieht man (Taf. II Fig. 4), ähnlich wie bei den meisten Schwämmen dieser Gattung, ein Gitterwerk aus Quarz, das als herausgewitterte Ausfiillung der Canäle zu betrachten ist. Die Maschen dieses Gitter- werks betragen 1 bis 2 mm. in Durchmesser, die Dicke der Gitterstäbchen misst bis 0,.i mm. Untersucht man genauer mittelst einer Loupe dieses Gebilde, so bemerkt man folgendes eigenthiimliches Bild, das in der Taf. II Fig. 3 etwas vergrössert darge- stellt ist. Auf der ganzen nackten Oberfläche, von der die Deckschicht entfernt wurde, sieht man eine Anzahl reihenförmig angeordneter Mittelpunkte, die sich durch ein senkrecht stehendes Quarzstäbchen auszeichnen. Von diesen Mittelpunkten gehen 4 öder meistens 5 horizontale Strahlen aus, die wieder in dem nächsten verticalen Stäb- chen miinden. Bei der aufmerksainen Abschälung der Deckschicht känn man leicht beobachten, dass jeder von diesen Mittelpunkten dem Wärzchen auf der Epidermis entspricht, so dass somit die erwähnten verticalen Stäbchen in die Oscula mtlnden. Es unterliegt also keinem Zweifel, dass das ganze Gittergériist nichts anderes ist, als

KONGL. SV. VET. AKADEMIENS HANDL. BAND. 21. N:0 I. 15

ein Abguss des Canalsysteras. Die Hauptcanäle, die durch die Oscula mit der Aus- senwelt communiciren, stehen senkrecht aiif die Länge des Schwammes und nehmen in sich die horizontalen iNebencanäle auf. Untersucht man ein Stuck von solch ver- steinertem Canal, so sieht man meistens nur eine structurlose, diirchsichtige Quarzraasse, inanchmal känn man jedoch auch eine längliche Höhlung älmlicli dem Axencanal der Spongiennadeln beobachten. Diese Höhlung ist, wie bereits frliher erwähnt, dadurch entstanden, dass die Ausfiillung des Canals mit der Quarzmasse nicht vollständig war.

Ira Uebrigen ist noch zu bemerken, dass die Verhältnisse des Canalsystems ira Inneren des Schwammes gerade so beschaffen sind, wie man das auf der Oberfläche sehen känn, dass nämlich die verticalen (d. h. von der oboren bis zur unteren Schwamm- fläche verlaufenden) Hauptcanäle in kleinen .Vbständen die horizontalen Nebencanäle in sich aufnehmen.

Die Faserztige, die den eigentlichen Schwainmkörper bilden, sind bei den typisehen Formen dieser Art bedeutend breiter und stärker, als bei F. verrucosus, doch scheinen die ganz abgeplatteten, discustörmigen K.xemplare in dieser Beziehung einen Uebergang zu der genannten Art zu bilden, indem sie kleine Fasern aufweisen.

Die Nadeln, welche die Faser aufbauen, und deren Grössen- und Formenverhält- nisse bereits in dem zweiten Capitel besprochen wurden, zeigen eine lineare, odör eine kreuzförmige Anorduung (Taf. I Fig. 10).

Die Deckschicht zeigt im Dfinnschlitt' (Taf. I Fig. 3) eine lichte Quarzmasse in der mittelgrosse Stabnadeln eingebettet sind. Rings urn die sternförmig gezackten Oscula bemerkt man eine Verdickung, die der Warze entspricht. Im Uebrigen verweise ich bezHglich der Deckschicht auf die friiheren Auseinandersetzungen.

Fundort: Axels-Ö.

3. Pemmatites arcticus, varlctas macropora nov. var.

Taf. I Fig. 1. Taf. U Fig. 1, 2, 5.

Grösse: Kugeln bis 80 mm. im Durchmesser.

Von der typischen Form der Art F. arcticus lassen sich ganz leicht kugelige Schwämme mit grossen Warzen auf der Oberfläche abtrennen.

Wie es bei den Schwämmen oft der Fall ist, biidet auch hier die äussere Gestalt keineswegs ein veränderliches, unbeständiges Merkraal, sondern geht Hand in Hand mit anderen typischen, systeraatisch wohl verwerthbaren Charakteren.

Bei der Varietät macropora ist vor Allem der Umstand auffallend, dass der Längen- durchmesser des Schwammes nur wenig vom Breitendurchmesser verschieden ist, so dass das Ganze sich der Kngelform nähert.

Die mit einer Deckschicht verseheue Oberfläche des Schwammes zeigt zahlreiche bis 2,:, mm. breite und 1,5 mm. hohe Warzen, die auf ihrem Scheitel deutliche 1,:', Tnm. starke Oscula trägen. Die Anordnung dieser Warzen ist S(;hr unregelmässig: bald stehen sie 4 mm. von einander entfernt, bald dicht zusammengedrängt, öfters bemerkt man

16 E. VON DUNIKOWSKI, PEUMO-CARBON-SCHWÄMME.

Sättel, die zwei benachbarten Warzen verbinden (Taf. Il Fig. 1). Betrachtet man diese Höcker aufrnerksaraer, so bemerkt man, dass sie nicht ganz senkrecht stehen, soridern iiniuer nach einer Richtung hin geneigt sind. Diese Thatsache ist jedoch ineiner Mei- nung nach leicht erklärlich. Die Warzen sind näralich nichts anderes, als die Mtindungen der Hauptcanäle, und bilden gewisserraassen die Verlängerungen derselben. Da aber die Hauptcanäle bei diesen Formen vom Mittelpunkte des Schwarames aus radiär aus- strahlen, da ferner die Gestalt dieser Varietät keineswegs eine vollkommene, sondern eine abgeplattete Kugel ist, so ist es selbstverständlich, dass die Radien die Oberfläche des Schwarames nicht senkrecht, sondern schief schneiden, und dass somit auch die unmittelbaren Fortsätze der Radien, d. i. die Warzen auf der Oberfläche schief stehen mussen. Und in der That, je raehr eine Form abgeplattet ist, desto auffallender ist diese schiefe Höckerstellung, die fur gewisse Formen ganz charakteristisch ist,

Das Canalsystem ist bei dieser Varietät sehr deutlich entwickelt, und ich be- trachte es als Typus des Canalsystems fiir die ganze Gattung Pemniatites. Wie bereits friiher ausfiihrlich geschildert wurde, sieht man hier (Taf. II fig. 5) radiäre Haupt- canäle, die im Centrum des Schwammes ihren Anfang nehmen und in den Osculis mimden, ferner eine Anzahl concentrischer Nebencanäle, die sich in die ersteren ergiessen. Der innere Bau zeigt keinen Unterschied von den typischen Formen der Art P. arcticus. Die Fasern sind breit, enthalten eine grosse Anzahl schön erhaltener Monactinelliden- nadeln (Taf. I Fig. 1) von verschiedener Grösse und Gestalt.

Es ist selbstverständlich, dass entsprechend den weiter von einander abstehenden Hauptcanälen und Warzen die nackte Oberfläche des Schwammes (Taf. II Fig. 2) ein Gitterwerk mit weiteren Maschen aufweist, als das bei den anderen Formen der Fall ist.

Obwohl nun die extremen Individuen dieser Varietät sich ganz scharf von der typischen Art P. arcticus entfernen, so halte ich doch nicht ftlr angezeigt hier eine neue Species aufzustelle;^, indem ich mehrere Exemplare besitze, die den Uebergang von einer Form zu der anderen herstellen.

Fundort: Axels-Ö.

4. Pemmatites arcticus, varietas latituba nov. var.

Taf. I Fig. 2 und 12.

In der von mir untersuchten Suite Spitzberger-Spongien befindet sich eine Anzahl Exemplare, die aus einer etwas tieferen Schicht, als die bis jetzt beschriebenen her- stammen, und dabei sehr schlecht erhalten sind. Vor Allem sind sie so innig mit dem Gestein verwachsen, dass weder ihre Grösse noch ihre äussere Gestalt genau festgestellt werden känn. Die Faserzuge zeigen im Diinnschliff nur äusserst spärliche Monactinelliden- nadeln (manchmal jedoch sogar mit einem Axencanal), sonst scheinen sie beztiglich ihrer Form mit den Fasern der Gattung Pemmatites iiberhaupt iiberein zu stimmen.

Das Canalsystem ist der Hauptsache nach in der Anordnung gleich den anderen Permo-Carbon-Schwämmen von Spitzbergen, es unterscheidet sich jedoch durch auffallende

KONGL. SV. VET. AKADEMIENS IlANDL. BAND 21. N:0 \. 17

Breite (bis 2 mm.) der Hauptcanäle (Taf. 1 Fig. 2) und durch die Seltenheit der Neben- canäle.

Wegen des schlechten Erhaltungszustands bin ich nicht in der Lage auf Grund der vorliegenden Exemplare eine neue Species aufzustellen.

Fundorte: Middlehook in Bellsund, Tempelbay, Gipshook.

K. Vot. .\kad. II:mill. Baml Jl. N:n 1.

18 E. VON DUNIKOWISKI, PKUMO-CARBON-SCHWÄMME.

Besclireibuiig der Abbildiingen.

Taf. I.

Figur 1. Pemmatites arciicus, var. macropora. Ein Faserstiick mit Nadeln (daruiiter einige mit Axencanal) 44 mal vei-grössert. " 2 und 12. P. arcticus, var. latituba. AngeschliiTene Plächen zur Dcmonstriruug des Verlaufs der Ca-

näle, natiirliehe Grösse. » 3. Deckschioht von P. arcticus mit Nadeln und Osculis, 44 mal vergrössert. » 4, 5, 6, 7, 9, 13, 14. Versoluedene Nadelformen der Gattung Pemmatites, 44 mal vergrössert. » 8. P. verrucosus. Natiirliche Grösse.

» 10. P. arcticus. Ein Faserstiick mit Nadeln. 44 mal vergrössert. " 11. P. verrucosus. Ein Stiiok Oberfläche schwacli vergrössert.

NB. Die Figuren 1, 3, 4, 5, 6, 7, 9, 10, 13, 14, sind raittelst Garnera lucida bei 44-facher Vergrös- serung gezeichnet worden.

Taf. II.

Figur 1. Pemmatites arcticus var. macropora. Natiirl. Grösse.

» 2. Dieselbe Art oline Deckscliicht. Auf der Oberfläche sielit man den gitterförmigen Abguss der Caniile.

Natiirl. Grösse. » 3. P. arcticus. Ein Oberflächenstiick viermal vergrössert, bei dem ein Tlieil mit Deokseliiclit und Osculis

versehen, der andere aber nackt ist, und den gitterförmigen Abguss der Ganäle zeigt. » 4. P. arcticus. Natiirl. Grösse. » 5. P. arcticus var. macropora. Eine angesehliffene Medianebene des Scliwammes zur Darstellung des

Canalsysteras. Natiirl. Grösse.

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E v. Durakowski: Permo-Carljon Schwämme Taf, II.

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